medRSD-Symposium 2015

Herausforderung EBOLA: So fern und doch so nah

Mittwoch, 24. Juni 2015, MNR-Klinik, undefinedGebäude 13.55, Hörsaal 13B
Beginn 10 Uhr

Öffentliche Fachsymposium für interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer

„Herausforderung Ebola: So fern und doch so nah“ – dies ist das Motto des Symposiums der Medical Research School zum großen Jubiläum der Universität Düsseldorf, welches auch in diesem Jahr wieder großzügig von der Georg-Strohmeyer Stiftung unterstützt wird. Aktuelle Forschungsergebnisse aus Praxis und Wissenschaft beleuchten die große  Ebola-Epidemie, die der internationalen Gemeinschaft immer noch gewaltige Kräfte abverlangt. Denn trotz erfreulicher Rückgänge bei den Neuinfektionen ist der „unsichtbare Tod“, ist die Ebola-Krise noch lange nicht besiegt.

Ausgewiesene Experten geben hochinteressante und praxisnahe Einblicke in das komplexe Thema: So wird beispielsweise der Arzt Christian Kleine seine eindrucksvollen Erfahrungen während seines Einsatzes in Liberia schildern. Mit „Ärzte ohne Grenzen“ leistete der Infektiologe und Tropenmediziner tatkräftige Hilfe vor Ort. Weitere Fachreferent/innen vermitteln aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das Thema Ebola, berichten über die Behandlung eines Ebola-Patienten im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, werfen einen Blick auf die Historie der großen Seuchen Grippe, Pest und Cholera und referieren über die Ausbreitungswege globaler Seuchen.
Hochinteressante Vorträge – die auch verständlich sind für interessierte, fachfremde Zuhörerinnen und Zuhörer. Abgerundet wird der besondere Tag durch Vorträge von Doktorandinnen und Doktoranden der Medizinischen Fakultät, die ihre neuesten Forschungsergebnisse vorstellen.

Und dann steht noch eine Premiere auf dem Programm: Im Anschluss findet erstmalig der „Science Slam“ statt – ein unterhaltsamer Wissenschaftswettbewerb, in dem jungen Forscherinnen und Forscher ihr aktuelles Thema in einem kurzweiligen, zehnminütigen Vortrag präsentieren. Ein Vergnügen auf hohem Niveau! Im großen Finale treten die Fakultäten der Universität Düsseldorf gegeneinander an: Mediziner und Juristen, Germanisten, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler. Humor trifft auf Wissenschaft – und das Publikum entscheidet, wer als verdiente Gewinnerin oder verdienter Gewinner den Hörsaal verlässt.

Sie sind herzlich eingeladen: zu einem interessanten Tag mit neuen Einblicken und anregenden Vorträgen!

Programm

Veranstaltungsprogramm medRSD-Symposium 2015
  • 10:00 Uhr
    Begrüßung Dekan - Univ.-Prof. Dr. Joachim Windolf

    10:15 Uhr
    „EBOLA: Eine Nachlese“
    Univ.-Prof. Dr. Dieter Häussinger
    Universitätsklinikum Düsseldorf

    11:00 Uhr
    „Verborgene Geometrie: Die Ausbreitungswege globaler Seuchen“
    Prof. Dr. Dirk Brockmann
    Humboldt Universität Berlin


    11:45 Uhr
    „Chlamydien: Eine heimliche Seuche“
    Dr. Tim Fechtner
    MOI Manchot Graduiertenschule
    - Molecules of Infection

    12:00–13:30 Uhr   
    Pause

    13:30 Uhr   
    „Zwischen Hoffen und Bangen: Kampf gegen Ebola am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf - ein Blick hinter die Kulissen“
    Frau Prof. Dr. Marylyn Addo
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


    14:10 Uhr
    „Eine tödliche Infektion des Gehirns: wenn das JC-Virus außer Kontrolle gerät“
    Frau Charikleia Gkioule,
    Heinrich-Heine-Universität, Institut für Virologie

    14:30 Uhr Pause

    14:45 Uhr  
    „Über natürliche Killerzellen und ihre Rolle bei Infektionen“
    Frau Elisabeth Lang
    Graduiertenkolleg 1949 - Immunantwort in Infektionskrankheiten – Regulation zwischen angeborener und erworbener Immunität

    15:00 Uhr   
    „Bis an die Grenzen des Erträglichen: als Arzt vor Ort in Westafrika“
    Herr Christian Kleine, Ärzte ohne Grenzen

    16:00 Uhr Pause

    16:15 Uhr
    „Grippe, Pest und Cholera: Ein Blick auf dunkle Stunden der Menschheitsgeschichte“
    Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

    17:00 Uhr   
    Abschluss

    Weitere Programmhinweise zur Festwoche „50-Jahre HHU“:

    18:00 Uhr
    Finale Heine-Science-Slam
    undefinedwww.heine-slam.hhu.de

    ab 19:30 Uhr
    Doktorandenfest im Innenhof der Medi-Cafete

 

Externe Gäste - Kurzbiografien

Prof. Dr. Dirk Brockmann
  • Professor Dr. Dirk Brockmann
    Theoretischer Physiker und Komplexitätsforscher


    „Die verborgene Geometrie globaler Epidemien“ – so lautet zusammengefasst ein neuer, mathematischer Ansatz, der anschaulich erklärt, auf welchen Wegen sich Krankheitserreger in unserer Welt ausbreiten.

    Professor Dirk Brockmann, der in Berlin an der Humboldt-Universität lehrt und Projektgruppenleiter am Robert Koch-Institut ist, trägt mit seinen aufsehenerregenden Forschungsergebnissen zum besseren Verständnis globaler Seuchenausbreitung bei. Ob SARS, die „Schweinegrippe“ oder Ebola – die weltweite Ausbreitung von Krankheitserregern hat schwerwiegende gesundheitliche, gesellschaftliche und ökonomische Folgen und stellt eine große Herausforderung für die Bevölkerung dar. Mit Hilfe des Forschungsansatzes des renommierten 45-jährigen Wissenschaftlers, der in den USA und in Göttingen Physik und Mathematik studierte, kann man den Ursprungsort von Krankheiten in Zukunft genauer bestimmen und außerdem berechnen, wann die Epidemie voraussichtlich einen beliebigen Ort in der Welt erreicht.

    Wo liegt der Ursprungsort eines neuen Erregers? Wo werden die nächsten Krankheitsfälle auftreten und wann? Die mathematische Theorie beruht auf der Idee, dass geographische Entfernungen nicht mehr maßgeblich sind, sondern durch „effektive“ Entfernungen ersetzt werden müssen. Aus der Perspektive von Frankfurt zum Beispiel sind andere Metropolen wie London oder New York effektiv nicht weiter entfernt als geographisch nahe Orte wie Bremen oder Leipzig.

    Professor Dirk Brockmann, der auch in den USA an der Northwestern University forschte, untersuchte unter anderem die Ausbreitung von Infektionskrankheiten anhand der Wanderungsbewegungen von Geldscheinen.

Prof. Dr. Marylyn Addo
  • Professor Dr. med. Marylyn Martina Addo
    Tropenmedizinerin und Infektionsforscherin


    Professor Dr. Marylyn Addo ist eine international bekannte und renommierte Infektiologin: Sie arbeitet und forscht im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf und leitet von hier aus erfolgversprechende innovative Impfstoff-Tests, die weltweit auf einen verlässlichen Schutz vor Ebola hoffen lassen.

    Als Spezialistin am „Deutschen Zentrum für Infektionsforschung“ kennt sich Marylyn Addo mit Viren, Bakterien und Erregern aus, die weltweit Angst und Schrecken verbreiten. HIV, SARS, MERS, EHEC oder das Schweinegrippen-Virus –  aggressive Erreger kennen im Zeitalter globaler Mobilität kaum mehr Grenzen und können sich mit großer Schnelligkeit ausbreiten. Vor diesem dringlichen Hintergrund widmet sich die Medizinerin der Virus-Immunologie, der Impfstoffentwicklung und dem Thema „neu auftretende Infektionskrankheiten“ – und das mit großem Erfolg.

    In Deutschland ist die engagierte Forscherin seit 2013 wieder tätig. Vorher lebte und arbeitete Frau Professor Addo, die in Bonn aufwuchs und nach ihrer Doktorarbeit zunächst nach London ging, 15 Jahre mit ihrer Familie in Boston, wo sie an der Harvard Medical School klinisch und wissenschaftlich tätig war. „Dass ich eher global denke und lebe, hängt sicher auch mit meinen Wurzeln zusammen.“ Marylyn Addos Vater stammt aus Ghana – ihr großes Interesse für Afrika und die dort herrschenden Probleme finden hier ihre Herkunft. Immer wieder forscht die Professorin in Afrika vor Ort.

    Ein besonderes Ereignis hat die Infektiologin im letzten Jahr sehr geprägt: In Hamburg Eppendorf wurde 2014 der erste  Ebola-Patient in Deutschland erfolgreich behandelt. Nach einer kräftezehrenden Zeit zwischen Hoffen und Bangen und intensiver Teamarbeit der UKE-Mediziner verließ der Patient die Uniklinik – geheilt.

Christian Kleine
  • Christian Kleine
    Arzt in Weiterbildung / Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Tropenmedizin und Infektiologie
    Für „Ärzte ohne Grenzen“ in Liberia


    2014 ist ein Jahr, das in die Geschichte Westafrikas eingehen wird: Es ereignete sich der weltweit schwerste Ebola-Ausbruch, den es je gab. Bis zum April 2015 infizierten sich mehr als 25.000 Menschen – und rund 10.000 verstarben am Ebola-Fieber.

    Christian Kleine ist  „Arzt in Weiterbildung“ im Bereich „Innere Medizin“, sein Schwerpunkt ist die Tropenmedizin und die Infektiologie. Für „Ärzte ohne Grenzen“ war der junge Mediziner  im Herbst 2014 im Epidemie-Gebiet in Westafrika vor Ort.

    Sein Einsatz führte Christian Kleine nach Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Hier leistete er tatkräftige Hilfe im Ebola-Behandlungszentrum "Elwa-3". Mit rund 250 Betten ist es das größte Zentrum, das jemals für eine Ebola-Epidemie errichtet wurde.

    In seinem Vortrag wird der Mediziner von seinen Eindrücken vor Ort berichten, zu den Anfängen des Ausbruchs zurückblicken und einen Überblick über die aktuelle Situation und die Herausforderungen in der Bekämpfung der Epidemie geben.

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer
  • Prof. Dr. Ernst Peter Fischer
    Wissenschaftshistoriker und Bestseller-Autor


    Ernst Peter Fischer, Jahrgang 1947, studierte zunächst Mathematik und Physik in Köln und im Anschluss Biologie am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Nach seiner Promotion 1977 erhielt er ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und übernahm 1987 eine Professur für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Konstanz. Seit 2011 lehrt er an der Universität Heidelberg.

    Neben seiner Professorentätigkeit ist Fischer ein gefragter Referent und erfolgreicher Buchautor. Er schreibt regelmäßig für Zeitschriften wie Geo, Bild der Wissenschaft und für verschiedene Tageszeitungen. In seinen Vorträgen, Büchern und Artikeln wirbt Ernst Peter Fischer für sein zentrales Anliegen: die Naturwissenschaften als Teil des alltäglichen Lebens und vor allem als unabdingbaren Bestandteil von Bildung zu begreifen.

    In seinen Vorträgen gelingt es ihm wie kaum einem anderen, ein spannendes und verständliches Bild der Naturwissenschaften auch für Fachfremde zu zeichnen. Hierbei zeigt er nicht nur die rationale und logische Seite dieser hochinteressanten Wissenschaft, sondern vor allem ihr kreatives Potential.

    Für seine wissenschaftlichen und publizistischen Leistungen wurde Ernst Peter Fischer mehrfach ausgezeichnet: 2002 erhielt er die Lorenz-Oken-Medaille der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, 2003 den Eduard-Rhein-Kulturpreis und die Treviranus-Medaille, die höchste Auszeichnung des Verbandes deutscher Biologen.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenDekanat der Medizinischen Fakultät der HHU